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Wunderschöne Lithografie des deutschen Künstlers Paul Wunderlich (1927–2010). Paul Wunderlich war der Ehemann der ebenfalls berühmten deutschen Fotografin Karin Székessy. Die beiden arbeiteten eng zusammen und inspirierten sich gegenseitig, schufen aber dennoch jeweils ein eigenständiges Werk. Paul Wunderlich war wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit einer der prägendsten Vertreter der Moderne. 1960 beschlagnahmte die Hamburger Staatsanwaltschaft seine Werke als „anstößig“. Drei Jahre später wurde der noch junge Paul Wunderlich zum Professor an der Hochschule für Bildende Kunst ernannt. Zahlreiche Preise, darunter der Edwin-Scharff-Preis, und Auszeichnungen auf Grafikbiennalen in Irland, Taiwan und Bulgarien machten Wunderlich international bekannt. Er war der einzige deutsche Künstler, der in die Pariser Académie des Beaux-Arts aufgenommen wurde. Paul Wunderlich lebte und arbeitete bis zu seinem Tod im Juni 2010 abwechselnd in Hamburg und Frankreich. Der 1927 in Eberswalde bei Berlin geborene Maler und Bildhauer erlernte das Zeichnen an der Kunstschule in der Orangerie von Schloss Eutin. Unmittelbar nach dem Krieg ging er an die Akademie der bildenden Künste in Hamburg und studierte dort Grafik. Nach seinem Studium blieb er dort als Zeichenlehrer und wurde 1963 Professor. Anfang der 1950er-Jahre lernte er Emil Nolde und Oskar Kokoschka kennen und fertigte unter deren Anleitung Reproduktionen ihrer Werke an. Er selbst entwickelte einen höchst eigenwilligen Stil, in dem Manierismus und Surrealismus sowie Elemente des Jugendstils und des Art déco zusammenfließen. Anfänglich entnahm er seine Themen der deutschen Geschichte, beispielsweise im Zyklus „20. Juli 1944“. Später gewannen erotische und sexuelle Motive an Bedeutung für ihn, die er feinfühlig und mit einem Hauch von Morbidität behandelte. 1960 wurde ein solcher Grafikzyklus von der Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Obszönität angeklagt. In den 1960er Jahren begann er, nach Fotografien von Karin Székessy zu arbeiten. Nachdem er 1968 seine Professur aufgegeben hatte, unternahm er mehrere Studienreisen nach New York und in die Schweiz. Seitdem widmete er sich auch skulptural ästhetisierten Alltagsgegenständen, die mit der raffinierten Bildsprache seiner Malerei harmonierten. „Seine Werke werden von einem breiten Publikum weltweit anerkannt, geschätzt und erworben“, schreibt Paul Wunderlichs Biograf Jens Christian Jensen. „Kunstkenner sind sich einig: Paul Wunderlich ist der bedeutendste Meister des fantastischen Realismus und einer der wenigen stilprägenden Künstler unserer Zeit.“ „Von den Klischees, die über sein Lebenswerk kursieren, trifft nur eines zu: die Erkenntnis, dass Paul Wunderlich nach Picasso der unübertroffene Meister der Lithografie geworden ist.“ (Prof. Heinz Spielmann)
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